Die am häufigsten gestellten Fragen (geordnet nach Themen) und alle dazugehörigen Antworten.
ANTWORTEN zu den Fragen:
..::ALLGEMEINES::...................................................................................
Was ist HIV?
HIV bedeutet Human Immunodeficiency Virus, also menschliches Immunschwächevirus. HIV-infiziert oder HIV-positiv bedeutet, dass eine Ansteckung mit dem HI-Virus vorliegt. Der/die Betroffene muss allerdings keine Beschwerden oder Krankheitsanzeichen haben.
Woher kommt HIV?
Die WHO gibt offiziell an, dass HIV ein Abkömmling eines Virus ist, das von Menschenaffen stammt, irgendwann mutiert ist und für den Menschen pathogen (krankheitserregend) wurde. Dieser mutierte Erreger wurde dann z.B. bei der Jagd oder der Fleischverarbeitung von Affen auf Menschen übertragen.
Was ist AIDS?
AIDS bedeutet Acquired Immune Deficiency Syndrome, also erworbenes Immunschwächesyndrom. Dieses ist ein durch Viren (HIV) hervorgerufenes Krankheitsbild. AIDS-krank oder Vollbild AIDS bedeutet, dass Krankheitssymptome oder Folgeerkrankungen auftreten.
Was sind STDs?
Die STDs (sexually transmitted diseases – sexuell übertragbare Krankheiten) sind in den letzten Jahren – auch in unseren Breiten – im Vormarsch.
Hier eine Aufstellung der wichtigsten: GONORRHOE (auch TRIPPER genannt), SYPHILIS (LUES), CHLAMYDIEN, HERPES GENITALIS, TRICHOMONADEN, KONDYLOME, SKABIES (KRÄTZE); CANDIDOSE ...
Wie viele Menschen sind österreich- bzw. weltweit von HIV/AIDS betroffen?
In Österreich sind seit dem Auftreten des ersten Falles 1983 2.553 Personen an AIDS erkrankt, davon sind in der Zwischenzeit 1.446 verstorben, derzeit leben in Österreich 1.107 AIDS-PatientInnen, ca. 12.000 - 15.000 Menschen sind HIV-infiziert (Stand vom 6.8.2007). Weltweit leben über 45 Millionen Menschen mit HIV/AIDS.
..::INFEKTION::.......................................................................................
Wie steckt man sich mit HIV an?
Im Rahmen einer Infektion muss eine infektiöse Körperflüssigkeit [*] in den Körper eines anderen Menschen gelangen. Dies kann entweder durch frische, offene Wunden bzw. Injektionen oder auch über Schleimhäute - auch wenn diese intakt sind – (Mund-, Nasen-, Anal- & Vaginalschleimhaut), Eichel und Innenseite der Vorhaut sowie die Bindehaut der Augen erfolgen. Zu einer HIV-Übertragung kann es im Zuge eines Sexualkontakts (Vaginal-, Anal- und Oralverkehr) oder über Verabreichung von Blut oder Blutprodukten sowie den Gebrauch verunreinigter Spritzen (DrogengebraucherInnen) kommen.
[*] Infektiöse Körperflüssigkeiten sind:
1. Blut (hoch)
2. Sperma (hoch)
3. Vaginalflüssigkeit (= Scheidenflüssigkeit) (niedrig)
4. Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (= Liquor cerebrospinalis) (hoch)
5. Muttermilch (niedrig)
6. Lusttropfen (= Präejakulat) (niedrig)
Was sind infektiöse Körperflüssigkeiten?
1. Blut (hoch)
2. Sperma (hoch)
3. Vaginalflüssigkeit (= Scheidenflüssigkeit) (niedrig)
4. Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (= Liquor cerebrospinalis) (hoch)
5. Muttermilch (niedrig)
6. Lusttropfen (= Präejakulat) (niedrig)
Im Rahmen einer Infektion muss eine infektiöse Körperflüssigkeit in den Körper eines anderen Menschen gelangen.
Was sind die häufigsten Infektionswege?
| 1. |
Ungeschützter Sexualverkehr - sowohl vaginal als auch anal - sind wie der ungeschützte Oralverkehr (Hier allerdings nur für den/die aktive/n PartnerIn, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangt. Eine Ansteckung über Scheidensekret oder Lusttropfen allein - intakte Mundschleimhaut vorausgesetzt - ist äußerst unwahrscheinlich.) ein Risiko.
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| 2. |
Ein weiteres Risiko ist das sogenannte "needle-sharing" bei i.v.-DrogengebraucherInnen, also das gemeinsame Benutzen von Injektionsnadeln und Spritzen.
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| 3. |
Das Risiko als HIV-positive Mutter ein HIV-infiziertes Kind zur Welt zu bringen oder dieses über die Muttermilch beim Stillen zu infizieren, liegt ohne den Einsatz entsprechender Maßnahmen bei ca. 25%. Durch die entsprechenden Maßnahmen kann das Risiko auf ca. 2% gesenkt werden.
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| 4. |
Nadelstichverletzungen bei medizinischem Personal stellen nur ein sehr geringes Risiko dar (0,2 - 0,4%).
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| 5. |
Eine Infektion kann über Blut oder Blutprodukte erfolgen. In Österreich sind zwar alle Blutkonserven getestet, aufgrund des diagnostischen Fensters liegt die Wahrscheinlichkeit, eine HIV-positive Blutkonserve zu erhalten allerdings bei ungefähr 1:1.500.000 - 1:3.000.000.
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..::INFEKTIONSRISIKEN::.........................................................................
Ist es riskant, häufig Sex zu haben?
Es ist riskant, ungeschützten Sex zu haben. Häufiger geschützter Sex ist nicht riskant. Der häufigste HIV-Übertragungsweg ist ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner oder einer infizierten Partnerin.
Kann man sich beim Küssen mit HIV infizieren?
Nein. Die Mundschleimhaut kommt dabei nur mit Speichel in Kontakt, der für eine Übertragung zu wenig HIV enthält.
Ist ungeschützter Oralverkehr gefährlich?
Befriedigt ein Mann/eine Frau einen HIV-positiven Mann/eine HIV-positive Frau ohne Schutz oral und es kommt zum Kontakt mit einer infektiösen Flüssigkeit (Samenflüssigkeit, Menstruationsblut), ist ein Infektionsrisiko für die/den ausübende/n PartnerIn vorhanden (Eine Ansteckung über Scheidensekret oder Lusttropfen allein - intakte Mundschleimhaut vorausgesetzt - ist äußerst unwahrscheinlich). Insgesamt ist hierbei das Risiko aber geringer als bei einem ungeschützten Anal- und Vaginalverkehr. Die/der PartnerIn, die/der oral befriedigt wird, ist keinem Risiko ausgesetzt.
Können offene Stellen im Mund die Infektionsgefahr beim Küssen oder beim Oralverkehr erhöhen?
Offene Stellen an Haut, aber auch Schleimhäuten sind immer zusätzliche Eintrittspforten. Küssen ist aber unbedenklich, da Speichel keine infektiöse Körperflüssigkeit ist!
Wie gefährlich ist Zahnfleischbluten bei Oralsex?
Sobald Blut im Spiel ist, kann eine Infektion/Übertragung nicht ausgeschlossen werden. Infektiöses Blut muss jedoch in ausreichender Menge vorhanden sein.
Ist Regelblut infektiös?
Regelblut einer HIV-infizierten Frau ist infektiös. Wie infektiös hängt von der Viruskonzentration im Blut ab.
Ist der Lusttropfen infektiös, wozu dient dieser eigentlich?
Der sogenannte Lusttropfen (= Präejakulat) stammt nicht aus der Prostata (wie die eigentliche Samenflüssigkeit) sondern aus den Bulbourethraldrüsen an der Basis des Penis. Diese Flüssigkeit dient der Reinigung der Harnsamenröhre von Harnrückständen vor dem Samenerguss. Die Flüssigkeit, in der bereits Spermien beigemengt sein können, fördert die Bewegung der Spermien und damit eine Befruchtung. Die Infektiosität ist noch nicht restlos geklärt. Die enthaltene Viruskonzentration kann bei einem Mann von Mal zu Mal schwanken, daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Präejakulat infektiös ist.
Stellen Insektenstiche ein Infektionsrisiko dar?
Nein, so ist z.B. die erforderliche Blutmenge (und damit die erforderliche infektiöse Konzentration) in einem Insekt nicht vorhanden, außerdem stirbt HIV in Tieren schnell ab und kann sich dort auch nicht vermehren.
Wie kann HIV zwischen zwei Frauen übertragen werden?
Beim ungeschützten Oralverkehr besteht für die befriedigende Partnerin ein geringes Infektionsrisiko durch infektiöses Vaginalsekret. Dieses wird bei Blutbeimengung (Menstruation) stark erhöht. Die Partnerin, die befriedigt wird, ist keinem Risiko ausgesetzt.
Kann ich Herpes-Viren einer Fieberblase im Mundbereich auf den Genitalbereich übertragen oder sind das verschiedene Virenarten?
Für Herpes genitalis und Herpes labialis sind unterschiedliche Virenstämme verantwortlich, im Falle einer Mischinfektion (Vorhandensein beider Gruppen) ist eine Übertragung aber theoretisch möglich.
Was soll ich tun, wenn mein Kind Spritzen und/oder Injektionsnadeln im Park findet?
Die Infektionsgefahr ist in einem solchen Fall sehr gering, hat sich das Kind gestochen, sollte man aber auf alle Fälle ärztliche Beratung (AKH, Otto-Wagner-Spital auf der Baumgartner Höhe) in Anspruch nehmen. Kann die Nadel/Spritze gefahrlos transportiert werden (z.B. in einer leeren PET-Flasche), kann man diese mitnehmen. Eine weitere Anlaufstelle wäre die Drogenberatungsstelle Ganslwirt, wo telefonisch rund um die Uhr ein/e SozialarbeiterIn erreichbar ist.
..::SCHUTZ VOR INFEKTION::..................................................................
Was ist alles kein Risiko?
Schweiß, Speichel, Tränenflüssigkeit, Harn, Stuhl, Sputum und Nasensekret enthalten zwar auch Viren, die Konzentration in diesen Körperflüssigkeiten ist allerdings für eine Ansteckung zu gering. Das bedeutet, dass der Kontakt mit diesen Flüssigkeiten kein Infektionsrisiko darstellt. Das Zusammenleben mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken sowie jeglicher Sozialkontakt (abgesehen vom ungeschützten Geschlechtsverkehr) ist daher vollkommen gefahrlos.
Was ist Safer Sex?
Schützen kann man sich:
| 1. |
Sowohl beim Vaginal- als auch beim Analverkehr indem man stets Kondome verwendet. |
| 2. |
Bei Fellatio ist der Samenerguss im Mund zu vermeiden. Wer ganz sicher gehen will und auch das Risiko des Lusttropfens (= Präejakulat) vermeiden will, muss auch hier ein Kondom verwenden. |
| 3. |
Die Infektionsgefahr beim Cunnilingus ist gering, steigt aber, wenn die Frau die Regel hat.
|
Was muss ich beim Sex mit meiner/m PartnerIn beachten?
Die Safer Sex Regeln! Kein ungeschützter vaginaler Geschlechtsverkehr und Analverkehr. Bei Oralsex kein Sperma und kein Menstruationsblut in den Mund. Lusttropfen und Scheidenflüssigkeit stellen ein geringeres Risiko dar.
Was sind „dental dams“?
Lecktücher aus Latex (erhältlich mit Geschmack), die als Schutz beim Oralverkehr über Vulva oder Anus gelegt werden. Wie der Name schon sagt, stammen diese Tücher aus dem zahnärztlichen Bereich. In Österreich sind diese schwer erhältlich. Ein aufgeschlitztes Kondom erfüllt denselben Zweck.
..::HIV TEST::.........................................................................................
Wie zuverlässig ist der Test?
Wenn man nach dem Risiko eine Frist von 12 Wochen bis zum HIV-Antikörper-Test einhält, ist er eine äußerst zuverlässige (nahezu 100%ige) Methode, um eine Infektion auszuschließen. Nachweisbar ist eine Infektion mit HIV manchmal auch schon nach 5-6 Wochen.
Fragen nach 100%-iger Sicherheit?
Gibt es in der Medizin nicht, genau so wenig wie in allen anderen Lebens- und Arbeitsbereichen. Der Antikörpertest ist so sicher wie andere medizinische Tests (wenn die 12-Wochen-Frist eingehalten wird), d.h. annähernd 100%.
Wie viel kostet ein HIV-Antikörper-Test?
Bei der Aids Hilfe Wien wird der Test gratis und anonym angeboten. Über eine/n niedergelassene/n Arzt/Ärztin kann der Test per Zuweisung ins Labor bzw. über Krankenschein durchgeführt werden, dann fällt allerdings die Anonymität weg, außerdem erfolgt ein Beratungsgespräch nicht obligatorisch.
Wo lasse ich mich testen und wie läuft das ab?
Sie können den Test kostenlos und anonym bei der Aids Hilfe Wien, Mariahilfer Gürtel 4, 1060 Wien machen. Sie brauchen sich dafür nicht anmelden. Die Testzeiten sind Montag und Mittwoch 16.00–20.00, Donnerstag 9.00–13.00 und Freitag 14.00–18.00 Uhr. Auf Grund der starken Nachfrage kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Es wird nur eine begrenzte Anzahl an Nummern für die Testberatung vergeben! Die Nummernausgabe beginnt jeweils eine Viertelstunde vor Beginn der Testberatung. Den restlichen Ablauf erklären wir Ihnen gerne hier.
Ansonsten gibt es bei ÄrztInnen und medizinisch diagnostischen Laboratorien die Möglichkeit, einen HIV-Antikörper-Test zu machen, allerdings kostenpflichtig und nicht anonym.
Wann sind die Testzeiten der Aids Hilfe Wien?
Montag und Mittwoch 16.00–20.00, Donnerstag 9.00–13.00 und Freitag 14.00–18.00 Uhr. Auf Grund der starken Nachfrage kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Es wird nur eine begrenzte Anzahl an Nummern für die Testberatung vergeben! Die Nummernausgabe beginnt jeweils eine Viertelstunde vor Beginn der Testberatung.
Wird der HIV-Test automatisch im MuKi-Pass eingetragen?
Ja, das ist derzeit üblich. Der Test wird von den Krankenhäusern, die Entbindung durchführen, größtenteils verlangt. Rechtlich ist dieses Vorgehen zumindest bedenklich, da der Test vom Gesetz her nur mit Einverständnis der/s Betroffenen gemacht werden darf.
Macht der/die GynäkologIn STD/HIV-Tests?
Theoretisch kann jede/r GynäkologIn auch STD-Abstriche machen und diese ins Labor einschicken (allerdings nicht anonymisiert), hängt aber von der/m betreffenden ÄrztIn ab. Ein/e FachärztIn für Gynäkologie kann wie jede/r andere ÄrztIn auch eine Zuweisung ins Labor für STD-Testungen schreiben. Der HIV-Antikörpertest sollte besser in der Aids Hilfe Wien gemacht werden, wo er gratis und anonym in Verbindung mit einem Beratungsgespräch durchgeführt wird.
..::THERAPIE::........................................................................................
Ist AIDS heilbar?
AIDS ist nicht heilbar, aber behandelbar. Es gibt (noch) keine Substanz, die HIV aus dem Körper eliminieren kann. Mit der Kombinationstherapie lassen sich das Virus und die Infektion aber gut kontrollieren. Allerdings ist zu bedenken, dass ein hoher Prozentsatz der Menschen, die eine HIV-Kombitherapie einnehmen, Resistenzen aufweist bzw. entwickelt. Heute sind auch schon viele HIV-Infizierte, die erst mit der Therapie beginnen, von Resistenzen betreffen. Darüber hinaus kann die Therapie auch zu teils schweren Nebenwirkungen (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Leberbelastung, Allergien und Fettumverteilungsstörungen) führen, welche eine exakte Einnahme der Therapie sehr schwierig gestalten können!
Wie lange lebe ich mit der Therapie?
Da die hochaktive antiretrovirale Therapie (= HAART) erst relativ kurz im Gebrauch ist (es gibt sie seit 1996) und die durchschnittliche Latenzzeit ohne Therapie 10 Jahre beträgt, gibt es noch keine Langzeiterfahrungen. Man hofft allerdings - eine ausgewogene, genau eingenommene Therapie vorausgesetzt - mit der Infektion alt werden zu können. Sicher ist, dass die Kombitherapie im Vergleich zur Monotherapie der 80er Jahre viele Jahre Überlebenszeit bringt!
Was ist die Kombinationstherapie?
Eine Kombinationstherapie (hoch aktive antiretrovirale Therapie = HAART) gegen HIV besteht aus einer Kombination von drei oder mehr Medikamenten, deren Wirkstoffe die Vermehrung des HI-Virus behindern. Ziel der Therapie ist es, die Anzahl der HI-Viren im Körper stark zu verringern und dadurch die fortschreitende Zerstörung des Immunsystems aufzuhalten.
Die Kombinationstherapie kann die HIV-Infektion nicht heilen, jedoch die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen. Anfangs und langfristig sind unterschiedliche Nebenwirkungen zu erwarten.
Die Verordnung der Kombinationstherapie erfolgt ausschließlich durch Spezialambulanzen und wenige spezialisierte niedergelassene ÄrztInnen.
Ab wann soll man mit der Kombinationstherapie beginnen?
Die Indikation zur HAART (hochaktive antiretrovirale Therapie) ist jedenfalls gegeben, wenn eine AIDS-definierende Erkrankung aufgetreten ist, weiters bei PatientInnen ohne Symptome, deren CD4-Zellzahl unter 350 Zellen pro Mikroliter Blut bzw. deren Viruslast über 50.000 Viruskopien/Mililiter Blut ansteigt (derzeitige Empfehlung). Ein frühzeitiges Erkennen einer Infektion in den ersten Wochen wäre wichtig und könnte zu einem prognostisch günstigen frühen Therapieeinsatz führen.
Wie viel kostet 1 Monat Kombitherapie?
Die HAART (= hochaktive antiretrovirale Therapie) kostet im Monat ca. so viel wie ein durchschnittliches Monatsgehalt (ca. 1.000,- bis 1.400,- €).
Besteht für den Zeitpunkt des Therapiebeginns ein Unterschied zwischen Mann und Frau?
Ein Therapiebeginn in den ersten Wochen der HIV-Infektion wäre in jedem Falle wünschenswert. Bei Frauen kann es zu einer schnellere Verschlechterung der CD4-Zellzahl kommen als bei Männern (bei vergleichbarer Viruslast).
Was ist der Immunstatus?
Der Immunstatus zeigt, wie leistungsfähig das Immunsystem einer Person zu einem bestimmten Zeitpunkt ist. Er ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, über einen Therapiebeginn zu entscheiden bzw. die Wirksamkeit der Therapie zu kontrollieren
Gibt es alternative Behandlungsmethoden für AIDS?
Keine, deren Wirksamkeit durch klinische Studien belegt ist. Zusätzlich zur Kombinationstherapie gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten um Nebenwirkungen zu mindern.
Wieso dauert die Entwicklung von Vakzinen (Impfstoffen) gegen HIV so lange und kommt erst jetzt auf Touren?
Der Entwicklung eines Impfstoffes sind von der biologischen Beschaffenheit des HI-Virus her Grenzen gesetzt (hohe Mutationsrate), und erst jetzt wurden neue Ansatzpunkte gefunden. Bei einigen der derzeit getesteten Impfstoffe handelt es sich übrigens um eine begleitende Immuntherapie für bereits positiv getesteten PatientInnen, nicht um eine Schutzimpfung!
..::HEPATITIS::.......................................................................................
Hepatitis A, B, C und deren Übertragungswege?
Hepatitis A wird über Lebensmittel (z.B. ungewaschenes Obst) und verunreinigtes Wasser übertragen. Kot, Urin und Speichel eines/r Infizierten kommen für eine Ansteckung in Frage.
Hepatitis B wird über Blut, Sperma, Speichel und Vaginalflüssigkeit übertragen.
Hepatitis C wird über Blut übertragen.
Wo und wie kann ich mich gegen Hepatitis impfen lassen und wie teuer ist das?
Wenden Sie sich an Ihre/n HausärztIn oder an eine/n praktische/n Arzt/Ärztin. Eine
Teilimpfung gegen Hepatitis A oder gegen Hepatitis B oder beides kombiniert kostet rund € 60,--. Drei Teilimpfungen sind für die Grundimmunisierung erforderlich.
Wie gefährlich ist Hepatitis C? Gefährlicher als AIDS?
Die Hepatitis C verläuft im überwiegenden Teil (80 %) der Fälle chronisch. Eine Ausheilung unter Therapie ist in nahezu 50% der Fälle zu erwarten. Sowohl bei Hepatitis C als auch bei einer HIV-Infektion (AIDS) gibt es medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten (Therapien), um das jeweilige Erkrankungsbild hinauszuzögern. Eine Heilung ist im Fall einer HIV-Infektion zur Zeit aber nicht möglich!
..::NOTFÄLLE UND AUSWEGE::..................................................................
Gibt es die „Pille danach“?
Nein! Die Postexpositionelle Prophylaxe (PEP) ist eine medikamentöse Vorsorge, die eine Infektion mit dem HI-Virus verhindern soll. Dabei wird gleich nach der Risikosituation eine Kombination antiretroviral wirksamer Medikamente für vier Wochen eingenommen. Die Medikamenteneinnahme sollte in den ersten Stunden nach dem Risiko beginnen. Wenn 48 Stunden vergangen sind, ist eine prophylaktische Wirkung nicht mehr zu erwarten.
Wann wird die PEP empfohlen?
Generell ist die PEP (Postexpositionelle Prophylaxe) für Unfälle im beruflichen Bereich vorgesehen. Es hat sich aber auch die Praxis entwickelt, diese z.B. bei Kondomplatzern bei diskordanten Paaren einzusetzen. Eine PEP wird ärztlich empfohlen, wenn die Kontaktperson gesichert HIV-positiv ist/war. Ist dies nicht der Fall - es ist von der Kontaktperson allerdings ein stetiges Risikoverhalten bekannt -ist der Einsatz der PEP in Abwägung aller Faktoren individuell vom Arzt/von der Ärztin zu entscheiden.
Was tue ich nach einem Kondomunfall? PEP?
Bei Kondomunfall mit positivem/r PartnerIn sollten Sie sofort Kontakt mit dem
- Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe – Otto-Wagner-Spital, Sanatoriumstraße 2, 1140 Wien, Immunambulanz Tel. 91060-42710,
- dem AKH, Währinger Gürtel 18 - 20, 1090 Wien, Ambulanz Süd B Tel. 40400-1964,
- oder mit einer der Aids Hilfen aufnehmen.
Eine PEP (Postexpositionelle Prophylaxe) sollte möglichst rasch, am besten innerhalb von 1 - 2 Stunden eingeleitet werden.
Was kann ich nach einer Vergewaltigung tun?
Es ist sehr wichtig, möglichst bald mit jemandem zu reden. Es wäre gut, auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Professionelle Hilfe – medizinisch, psychologisch und juristisch – bekommen Sie beim Frauennotruf unter der Nummer 71719 (Tag und Nacht).
..::SCHWANGERSCHAFT::........................................................................
Was kann ich tun, wenn ich "safe" schwanger werden will?
Die einzige Möglichkeit, halbwegs sicher zu sein, wäre, den Partner zu einem Test zu bewegen und dann im Rahmen eines Beratungsgespräches zu klären, ob beide PartnerInnen gesichert negativ sind. Erst dann kann man das Weglassen eines Kondoms in Betracht ziehen.
Wo gibt es in Europa die Möglichkeit, Sperma „reinigen“ zu lassen?
Die Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Mailand hat diesbezüglich die längste Erfahrung, im deutschsprachigen Raum stehen Zentren in Mannheim und St. Gallen zur Verfügung, ansonsten gibt es diese Möglichkeit noch in London und Paris. In Wien gibt es ein Kinderwunschzentrum im Krankenhaus „Goldenes Kreuz“, welches diesbezüglich mit dem Zentrum in Mannheim kooperiert.
..::KONDOME::........................................................................................
Wie sicher ist ein Kondom?
Beim richtigen Gebrauch sehr sicher (Gebrauchsanweisung lesen!).
Unter anderem ist darauf zu achten, dass das Kondom noch nicht abgelaufen ist, richtig aufbewahrt wurde, richtig angelegt wird (Reservoir zusammen drücken) und eventuell Gleitcreme (wasserlöslich oder auf silikonbasis) verwendet wird. Keinesfalls dürfen Öle oder fetthaltige Cremen verwendet werden, da diese den Gummi zerstören können.
Woher bekomme ich Kondome?
Es gibt sie in jeder Apotheke, Drogerie, in Drogeriemärkten und in vielen Supermärkten. Wenn man sich nicht traut, welche zu kaufen, kann man sie auch über das Internet bestellen.
Kann ich im Falle einer Latexallergie Kondome benützen?
Ja, es gibt nämlich auch latexfreie Kondome (auf Polyurethanbasis).
Was mache ich, wenn mein Penis zu groß/zu klein für ein Kondom ist?
Kondome werden in verschiedenen Größen angeboten, diese Probleme kommen in der Praxis eigentlich nicht wirklich vor.
..::SONSTIGES::.....................................................................................
Gibt es PartnerInnenbörsen für HIV-positive Menschen?
Ja – und zwar auf der Homepage der AIDS-Hilfen Österreichs unter http://www.aidshilfen.at.
Haben genitalverstümmelte Frauen noch die Möglichkeit einer normalen „Penetration“?Theoretisch ja, wenn die Vernarbungen und Verwachsungen die Vagina nicht zu sehr einengen. Generell wird aber der Geschlechtsverkehr in solchen Fällen fast immer zumindest mit Schmerzen verbunden sein.
Was bringt Analverkehr (wie kann das Spaß machen)?
Am Anus bzw. der Analschleimhaut sitzen viele freie Nervenendigungen, die im Falle einer Reizung zu Entladungen und entsprechenden Sinnesempfindungen führen. Außerdem kann es beim Mann zu einer Prostatareizung kommen, welche ebenfalls sehr lustvoll sein kann.
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