Das Wichtigste zur Corona-Impfung und HIV

 

Die Aids Hilfe Wien und die Österreichische Aidsgesellschaft ÖAG informieren

  • Auch Menschen mit HIV können und sollten sich gegen Corona impfen lassen. Eine HIV-Infektion steht dem nicht im Weg.
  • Eine HIV-Infektion allein erhöht nicht das Risiko eines schweren Covid-19-VerlaufsErhöht ist das Risiko aber bei unbehandelter HIV-Infektion und geschwächtem Immunsystem sowie bei Risikofaktoren wie z.B. Diabetes, Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Studien haben gezeigt, dass die Impfung gut vertragen wird und Impfreaktionen schnell wieder verschwinden.

Sollte man sich gegen Covid-19 impfen lassen?

Ja. Der Erreger SARS-CoV-2 ist sehr ansteckend und die Covid-19 Erkrankung kann in allen Altersgruppen zu verlängerten, zu schweren und zu tödlichen Verläufen führen. Außerdem bleiben bei einem Teil der Erkrankten körperliche oder psychische Folgeschäden oder Beschwerden zurück. Nur wenn ein Großteil der Menschen geimpft wird, können wir die Pandemie beenden und zu einem Leben mit nahen Kontakten zu anderen Menschen zurückzukehren.

Natürlich ist eine Impfung ein medizinischer Eingriff, und wie bei allen Eingriffen muss man Nutzen und Schaden abwägen. Grundsätzlich aber gilt: Der Nutzen der Impfung ist hoch, denn sie senkt das Risiko einer Covid-19-Erkrankung um 95 Prozent.

Die bisher bekannten Nebenwirkungen, zum Beispiel

  • Schmerzen an der Einstichstelle,
  • Abgeschlagenheit,
  • Kopf- oder Muskelschmerzen

sind gering. Sehr selten kommt es offenbar zu starken allergischen Reaktionen; Allergiker*innen sollten die impfenden Ärzt*innen über Allergien informieren. Nur wenigen Menschen wird man aus medizinischen Gründen von der Impfung abraten.

Sind Menschen mit HIV besonders durch die Covid-19-Erkrankung gefährdet?

Zur Frage, ob eine HIV-Infektion sich negativ auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung auswirkt, gibt es widersprüchliche Daten. Bei Menschen mit gut therapierter HIV-Infektion scheint es keinen oder zumindest keinen großen Unterschied zu HIV-negativen Menschen zu geben.

Allerdings haben Menschen mit HIV oftmals zusätzliche Risikofaktoren, zum Beispiel Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenerkrankungen. Dann wäre – wie auch bei HIV-negativen Menschen mit solchen Risikofaktoren – das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht.

Auch bei niedriger Helferzellzahl, zum Beispiel bei nicht diagnostizierter und fortgeschrittener HIV-Infektion, dürfte das Risiko erhöht sein, ebenso wie bei anderen Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem.

Können und sollten sich Menschen mit HIV gegen Covid-19-impfen lassen?

Grundsätzlich sollten sich gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen gegen Infektionskrankheiten impfen lassen, die ihre Gesundheit zusätzlich belasten. Es gibt keinen Grund, warum das bei der Impfung gegen Covid-19 anders sein sollte.

Bei Menschen mit HIV und gut funktionierender HIV-Therapie funktioniert die Impfung gegen Covid-19 ganz normal.

Bei Menschen mit HIV mit weniger als 200 Helferzellen/µl schlagen Impfungen nach den bisherigen Erfahrungen allerdings schlechter an, das heißt, der Impferfolg ist dann bei ihnen nicht so gut. Sie sollten Rücksprache mit ihrer HIV-Schwerpunktpraxis halten.

Sind bei Menschen mit HIV mehr Nebenwirkungen durch die Impfung zu erwarten?

Bislang gibt es kaum Daten zu einzelnen Gruppen von Geimpften. Es ist aber nicht zu erwarten, dass Menschen mit HIV auf die m-RNA-Impfstoffe anders reagieren als HIV-negative Menschen.

Wie funktionieren m-RNA-Impfstoffe?

Die beiden ersten Impfstoffe auf dem europäischen Markt (von BioNTech/Pfizer und von Moderna) sind m-RNA-Impfstoffe. Das „m“ steht für messenger (Bote), RNA für ribonucleic acid, auf Deutsch: Ribonukleinsäure. Messenger-RNA ist gewissermaßen die „Blaupause“ für RNA-Erbgut, also nicht Teil der eigentlichen Erbsubstanz. Sie findet sich nur im Zellplasma, nicht im Zellkern, und wird schnell abgebaut. Die m-RNA in den Impfstoffen transportiert Informationen für die Erbsubstanz des Covid-19-Erregers SARS-CoV-2 in die „Eiweißfabriken“ der menschlichen Zellen (Ribosomen). Dort entstehen dann neue Virus-Proteine.

Bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 entstehen in den menschlichen Ribosomen alle Proteine für neue Viren. Bei den beiden m-RNA-Impfstoffen produzieren die Ribosomen nur das charakteristische „Spike“-Eiweiß des Virus. Es reicht nicht aus, um neue Viren zu bilden, löst aber eine Abwehrreaktion des Körpers aus: Das Immunsystem bildet Antikörper und macht seine Abwehrzellen „scharf“.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Die bisher bekannten Nebenwirkungen (zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- oder Muskelschmerzen) sind gering. Sehr selten kommt es offenbar zu starken allergischen Reaktionen; Allergiker*innen sollten die impfenden Ärzt*innen über Allergien informieren.

Welche Impfungen kommen noch?

Der dritte voraussichtlich bald zugelassene Impfstoff (von Astra-Zeneca) ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Hier trägt ein verändertes, harmloses Adenovirus die genetische Information für das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus in die Zelle und löst so eine Immunreaktion aus.

Kann ich mich trotz Impfung mit SARS-CoV-2 anstecken?

Die Studien sollen vor allem nachweisen, dass die Impfstoffe schwere Covid-19-Verläufe verhindern. Um herauszufinden, ob sie auch Infektionen verhindern, hätte man wöchentlich Rachenabstriche bei den Proband*innen vornehmen müssen.

Man geht aber davon aus, dass eine Impfung nicht nur vor einem schweren Verlauf schützt, sondern auch die Kontaktpersonen der Impflinge besser geschützt sind. Genau wird man das aber erst wissen, wenn es dazu mehr Studien gibt.

Wie viele Impfungen braucht man?

Sowohl bei den beiden m-RNA-Impfstoffen (BioNTech/Pfizer und Moderna) als auch beim Impfstoff von AstraZeneca benötigt man nach der ersten Impfdosis noch eine zweite: bei BioNTech drei Wochen und bei Moderna und AstraZeneca vier Wochen nach der ersten Impfung. Die volle Schutzwirkung wird erst nach der zweiten Impfung erreicht, auch wenn schon eine Woche nach der ersten Impfung ein deutlicher Schutzeffekt sichtbar wird.

Wie lange hält die Schutzwirkung der Impfung an?

Diese Frage lässt sich erst beantworten, wenn etwas mehr Zeit vergangen ist. Man hofft, dass der Schutz mindestens ein bis zwei Jahre anhält.

Informationen zu Österreich impft 

Informationen zum Impfplan des Sozialministeriums

Informationen zum Impfplan und Anmeldung der Stadt Wien

Informationen zum Impfplan und Anmeldung in Niederösterreich

Informationen zum Impfplan und Anmeldung im Burgenland

 

Wir danken der Deutschen Aidshilfe für die Zurverfügungstellung der Basis dieser Information.

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